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Tourismus über den Tellerrand: Erste LEADER-Fachtagung im Odenwald

Vergangene Woche, am 13. und 14. August 2026, fand im Odenwald die erste LEADER-Fachtagung der Hessischen Regionalforen (HRF) statt. Unter dem Leitthema „Tourismus über den Tellerrand“ kamen Regionalmanager: innen und Akteur: innen aus ganz Hessen zusammen, um gemeinsam neue Wege für den Tourismus im ländlichen Raum zu diskutieren.

Für uns als IGO war diese erste Fachtagung ein ganz besonderer Anlass: Anne Aßmus, stellvertretende Geschäftsführerin der IGO und zugleich im Vorstand der Hessischen Regionalforen (HRF) aktiv, durfte die Idee für die Fachtagung mit initiieren und den ersten Austausch dieser Art in den Odenwald holen. Umso mehr haben wir uns gefreut, zahlreiche Kolleg:innen aus den hessischen LEADER-Regionen bei uns begrüßen zu dürfen. Von den 24 hessischen LEADER-Regionen waren 16 Regionen mit insgesamt 35 Teilnehmenden vertreten.

Der Burghof in Brombachtal bot dabei nicht nur einen passenden und malerischen Rahmen, sondern wurde für zwei Tage zum Treffpunkt für fachlichen Austausch, neue Ideen und jede Menge Netzwerken. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wertvoll der landesweite Wissenstransfer und der Blick über die eigene Region hinaus für die tägliche LEADER-Arbeit sind.

Digitale Wege, regionale Genusskultur und grenzenloses Wandern

Bereits der Auftakt machte deutlich, worum es bei der Fachtagung gehen sollte: über den eigenen Tellerrand schauen, erfolgreiche Ansätze kennenlernen und gemeinsam überlegen, was davon für die eigene Region nutzbar ist.

Nach einem kurzen gemeinsamen Austausch beim Ankommen und Netzwerken startete die Fachtagung mit der Begrüßung und einer Keynote zu Status und Visionen des Tourismus in der LEADER-Förderperiode 2023–2027 durch Dr. Stefanie Koch (1. Vorsitzender der Hessischen Regionalforen (HRF)). Ergänzt wurde die Begrüßung mit einer Keynote von Yvonne Heider (TMH Tourismus Management Hessen UG | Hessischer Tourismusverband e.V.) zum Tourismus in Hessen.

Im ersten „Blick über den Tellerrand“ ging es anschließend um digitale Gästelenkung. Lars Brandies von TRACK zeigte am Beispiel der Malerweg-App, wie digitale Anwendungen mehr können, als Wanderwege lediglich auf dem Smartphone abzubilden: Sie können Gäste informieren, Wege smart begleiten und dabei helfen, Besucherströme gezielter zu lenken.

Danach wurde es regional und genussvoll: Elisabeth Kluin von der LAG Main4Eck und Anne Aßmus von der IGO zeigten unter dem Titel „Von Wein bis Streuobst – Regionale Genusskultur touristisch erlebbar machen“, wie vorhandene Kulturlandschaften, regionale Produkte und Wissen zu attraktiven touristischen Erlebnissen verbunden werden können.

Beim anschließenden Marktplatz konnten die Teilnehmenden Best Practices aus den 24 hessischen LEADER-Regionen kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen.

Den fachlichen Abschluss des ersten Tages bildete der Blick auf den Nibelungensteig als GÜZ-Best-Practice für grenzenloses Wandern, vorgestellt von Simone Paepke von der Wirtschaftsförderung Bergstraße.

Und auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz: Bei einer Weinprobe mit Anna Panic von der Weinterrasse Michelstadt und dem anschließenden gemeinsamen Abendessen wurde weiter diskutiert, gelacht und genetzwerkt.

Von Trekkingplätzen bis Tiny Houses

Am zweiten Tag stand der Naturtourismus im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Weniger ist mehr? Neue Formen des naturnahen Übernachtens. Von Trekkingplätzen bis Tiny Houses“ zeigten Steffi Koch und Anne Aßmus zwei unterschiedliche Ansätze, wie Naturerlebnis und Übernachtung miteinander verbunden werden können.

Im anschließenden Transfer-Lab „Vom Impuls zur Umsetzung“ wurden die Themen dann gemeinsam weitergedacht. In drei parallelen Sessions beschäftigten sich die Teilnehmenden mit smarter digitaler Gästelenkung, Weinbau als Erlebnis-Motor sowie den Genehmigungsfragen rund um Tiny Houses und Glamping.

Damit wurde aus den Praxisbeispielen konkrete Arbeit: Was können wir für unsere eigene Region mitnehmen? Wo liegen Chancen? Und welche Fragen müssen wir vor Ort lösen?

Nach der Präsentation der Ergebnisse richtete sich der Blick schließlich nach vorne. Dr. Hartmut Berndt von der BAG LAG gab einen Ausblick auf LEADER 2028+, die Entwicklungen auf EU-Ebene und mögliche strategische Steuerungsoptionen für Regionalmanager:innen.

Zum Abschluss wurden die wichtigsten Erkenntnisse in den fünf persönlichen Take-aways für die eigene Region gebündelt

Ein gelungener Auftakt – und hoffentlich nicht der letzte

Zwei Tage voller Praxisbeispiele, Diskussionen, neuer Perspektiven und persönlicher Gespräche haben gezeigt, wie wertvoll der landesweite Austausch zwischen den LEADER-Regionen ist.

Für uns als IGO war es eine besondere Freude, Gastgeber für Kolleg:innen aus ganz Hessen zu sein und den Odenwald als Ort für diesen ersten gemeinsamen Fachaustausch präsentieren zu dürfen. Dass der Auftakt dieser neuen Fachtagungsreihe bei uns im Odenwald stattfinden konnte, war für uns daher nicht nur fachlich, sondern auch persönlich ein schöner Erfolg.

Die positive Resonanz und die vielen Gespräche haben vor allem eines deutlich gemacht: Der Bedarf an Austausch, Praxiswissen und gemeinsamen Ideen ist groß.

Wir freuen uns deshalb schon heute auf die zweite Fachtagung im kommenden Jahr – und darauf, den gemeinsamen Blick über den Tellerrand weiterzuführen. Denn gute Ideen entstehen dort, wo man sie miteinander teilt.

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